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Mit Erasmus+ nach Florenz

Gruppenfoto

Eine tolle Fahrt war das – kaum zu beschreiben! Im Februar fuhren 15 Schülerinnen und Schüler aus dem Lateinkurs des 9. Jahrgangs mit Frau Miccoli und Frau Dederer für eine Woche nach Italien – genauer gesagt in die Toskana nach Florenz. Die Kooperation mit dem dortigen Liceo Machiavelli (vergleichbar mit einem Gymnasium bei uns) war ganz neu und wir waren die Versuchskaninchen. Es hat sich wirklich gelohnt: Unzählige neue Eindrücke und herzliche Begegnungen durften wir genießen; alle haben dazugelernt und sind ein Stückchen „reifer“ geworden, wie man so schön sagt. Das passiert normaler Weise auf Reisen immer, aber in diesem Fall besonders intensiv. Hier zwei Indizien:

Dom mit Glockenturm und Baptisterium (von rechts nach links)
das coolste Gemälde in den Uffizien (Medusa von Caravaggio, 1597)

BELASTBARKEIT: Für all die Schönheit und Pracht, die Florenz zu bieten hat, nimmt man gern eine lange Reise in Kauf. In unserem Fall waren es 14 bzw. 13 Stunden Bahnfahrt. Zum Glück klappt alles prima. Wir haben diesen Härtetest mit einem sehr vollen Programm kombiniert, das neben dem üblichen Schulbesuch und einem Workshop in der Schule viel Sightseeing (wunderschöne Gebäude aus der Renaissance im Zentrum, viele Treppenstufen bei der Domkuppel und beim Glockenturm, die Uffizien, das archäologische Museum, eine etruskische Ausgrabung) und auch einen Kochkurs beinhaltete. Wer glaubt, dass Kochen ein nettes Hobby sei, hat nur zum Teil Recht: Bis der Teig für Ravioli und Tagliatelle ausreichend geknetet und ausgerollt war, vergingen deutlich mehr Minuten als erwartet …

Kochkurs

Das bringt uns zur GEDULD: Diese heißt auf Latein bekanntlich patientia und auf Englisch patience, eigentlich „Fähigkeit, etwas zu ertragen“ (lat. pati – erleiden, ertragen). So schlimm war es eigentlich nicht, aber immer wieder musste man auch mal warten … z.B. auf das Ende der Schulstunde. Diese verliefen natürlich auf Italienisch, was nur Frau Miccoli verstand. Die Schulstunden dauerten jeweils 55 Minuten. Oft hielt die Lehrkraft einen Vortrag und die Klasse schrieb mit (analog). Keine echte Abwechslung brachten die mündlichen Prüfungen, die alternativ in einigen Stunden stattfanden: Ein Schüler oder eine Schülerin wurde nach vorn geholt, setzte sich vor das Lehrerpult und musste Fragen des Lehrers beantworten (ca. 20-30 Minuten lang). Alle anderen atmeten auf, weil es sie nicht getroffen hatte und warteten sehr geduldig auf die weiteren Ereignisse. In der Schule waren es für uns zwei Highlights, nämlich wurden wir bei einem Empfang und einer Führung durch das schicke Schulgebäude mit 400 Jahre alten Deckengemälden geradezu verwöhnt.

Eröffnung der Woche in der Aula

Wir danken allen italienischen Gastgebern! Beim Abschied flossen einige Tränen – ein klares Zeichen! Im April erwarten wir den Gegenbesuch. Wir freuen uns sehr darauf, gemeinsam Hildesheim und Goslar zu entdecken und die Zusammenarbeit im Rahmen von Erasmus+ auszubauen. 

festlicher Empfang in der Schule

Text und Fotos: Anja Dederer