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Erasmusprojekt Inklusion

Interview am Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte

Am Freitag, den 17. April waren wir, Esther Trifan und Amelie Sonneborn, am Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in Hildesheim.

Zuerst durften wir den Sportunterricht besuchen, wobei wir beobachten konnten, dass die Schüler entgegen unserer Erwartungen keine Probleme mit der Kommunikation hatten, da viele über Hörimplantate verfügten. Somit verliefen der Sportunterricht sowie die Kommunikation zwischen den Schülern problemlos, was uns positiv überrascht hat. Danach erhielten wir eine kleine Führung durch die Schule. Zuletzt durften wir ein Interview mit den Schülern anleiten.

Während des Interviews stellten wir fest, dass die Schüler sehr wenige Probleme hatten und sich von unseren Fragen sehr überrascht fühlten. Wir hingegen gerieten unsererseits in Verlegenheit, da die Schüler alle erwarteten Probleme verneinten und mitteilten, alles sei „ganz normal“. Zudem erfuhren wir über die verschiedenen Altersgruppen und Situationen der Schüler. Zwei Fünftklässler, die in einem hörenden Fußballverein trainieren, erzählten uns von deren meist problemlosen Alltag, allerdings hatten sie kleine Verständnisprobleme im Verein und brauchten Hilfe seitens der Eltern.

Ein etwa 18-jähriger Schüler, der nur in Gebärdensprache kommunizierte, erzählte von seinen Erfahrungen im hörenden Fußballverein und den Problemen, denen er als Gehörloser ausgesetzt war, wie das Auslachen und Ausschließen. Dabei sagte er, dass es ihm in seinem zweiten „normalen“ Verein besser gefalle, auch weil das Spielniveau höher sei. Die Lehrerin Frau Beißner erklärte uns, dass es von Vorteil ist, wenn die Schüler sowohl im Gehörlosenverein als auch in einem hörenden Verein Sport treiben, damit sie sich sportlich weiterentwickeln können. Es gebe zu wenige gehörlose Kinder in der jeweiligen Umgebung, um auf einem hohen Leistungsniveau spielen zu können. Durch das Trainieren mit gleichaltrigen hörenden Kindern könne die Basis gelegt werden, um im Gehörlosensport erfolgreich zu sein.  So hatten wir neben einem U21- Nationalspieler auch einen frisch gebackenen U15-Europameister im Fußball vor uns sitzen.

Insgesamt waren wir positiv überrascht, wie selbstverständlich und problemlos die interviewten Schüler mit ihrer Situation umgehen.

Text: Esther Trifan & Amelie Sonneborn, Bild: Privat