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Exkursion der Religionskurse

Exkursion in die buddhistische Pagode Vien Giac in Hannover

Am 14. Januar fand eine Exkursion zur buddhistischen Pagode Vien Giac in Hannover statt. Wir – das waren fast 60 Schülerinnen und Schüler der beiden Religionskurse des 9. Jahrgangs, begleitet von ihren Lehrkräften Frau Köhler, Frau Klaßen und Frau Solbrig – machten uns am Morgen auf den Weg nach Hannover. Die Anreise erfolgte mit der S-Bahn aus Hildesheim.

Die Pagode Vien Giac, deren Name „vollkommene Erleuchtung“ bedeutet, wurde 1991 eingeweiht. Diese Pagode umfasst ein Gebetshaus, ein soziales Zentrum und ein Kloster und ist heute eines der wichtigsten Glaubenszentren der vietnamesischen Buddhisten in Deutschland. Sogar der heutige Dalai Lama hat diesen besonderen Ort bereits besucht. 

Vor Ort wurden wir herzlich von dem Gemeindemitglied Herrn Cárdenas begrüßt, der uns „seine“ Pagode während dieses Vormittags zeigte und die Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortete. Endlich konnten sie die Religion des Buddhismus nicht nur theoretisch im Unterricht, sondern aus erster Hand kennenlernen.

Schon am Eingang hieß es: Schuhe ausziehen. Anschließend betraten wir die große Gebetshalle im Obergeschoss, die Platz für bis zu 700 Gäste bietet. Der Duft von Räucherstäbchen erfüllte den Raum, der mit einer Vielzahl von goldenen Buddha- und Bodhisattva-Statuen geschmückt ist, umgeben von Blumen und Opfergaben wie Früchten, Keksen und Schokolade. Auffällig für viele: in der großen Gebetshalle gibt es keine Stühle. Stattdessen sitzt man auf Teppichen auf dem Boden – für viele Schülerinnen und Schüler eine echte Herausforderung, ruhig und still zu sitzen und aufmerksam zuzuhören. Herr Cárdenas erklärte dazu, dass man geordnet in Reihen und ausgerichtet auf den Altarbereich sitzen solle. Nur so könnten Gedanken zur Ruhe kommen und sich ordnen – denn wie solle der Geist zur Ruhe finden, wenn man selbst nicht gerade und bewusst sitzt?

Im Kloster der Pagode leben derzeit fünf Mönche und Nonnen, die ihren Alltag dort gestalten. Dazu gehören auch die täglichen Rezitationen und Meditationen, die zweimal am Tag in der Gebetshalle stattfinden: morgens gegen 5 Uhr und am Nachmittag gegen 16 Uhr.

Besonders eindrucksvoll waren auch der Toten-Gedenkraum mit mehr als 1600 Fotos Verstorbener und ein sehr aufwändig gestaltetes Sandmandala. 

Der Ausflug ermöglichte uns einen eindrucksvollen Einblick in eine buddhistische Lebenswelt und Glaubenspraxis, die so nah ist (30 Minuten mit der S-Bahn!) – und doch vielen bislang fremd war. Die Begegnung hinterließ bei uns Teilnehmenden Spuren und vertiefte die Fähigkeit zum interreligiösen Dialog und zur Interkulturellen Begegnung. 

Text und Bilder: Frau Solbrig