Als wir am Montagmorgen mit unseren Koffern am Hildesheimer Hauptbahnhof standen, begann auch bei uns, als 13. Jahrgang, die übliche Vorfreude auf eine Klassenfahrt. Vom 6. bis zum 10.10 fuhren wir mit 17 Schülern, Frau Mühe und Herrn Eckstein in das 760km entfernte Berchtesgaden, um dort eine letzte gemeinsame Fahrt in den Alpen zu erleben. Übernachtet haben wir in der modernen Jugendherberge „Alpen EXPERIENCE“ direkt am Hintersee, wo es neben den klassischen Mehrbettzimmern hier viele Freizeitangebote, wie eine Tischtennisplatte und einen Billiardtisch, aber auch einen eigenen Seminarraum, das „Jagdzimmer“, als Rückzugsort und Raum für gemeinsame Abende, gab. Auch das Essen war hier super abwechslungsreich und vielfältig, es gab sowohl die üblichen Lunchpakete für unterwegs als auch abwechslungsreiche Abendessen wie Burger, auch vegetarisch.
Der erste Tag war durch die lange Zugfahrt, die durch das Spielen von Gesellschaftsspielen, dem Pläneschmieden und natürlich dem allgemeinen Austausch und Gerede untereinander überbrückt wurden, bereits nach dem langersehnten und leckeren Abendessen schnell vorbei.
Am nächsten Morgen brachen wir nach dem Frühstück alle gemeinsam zu einer Wanderung zur Hängebrücke im Klausbachtal auf. Trotz des regnerischen Wetters waren alle motiviert dabei und am Nachmittag brach eine kleinere Gruppe zur Wimbachklamm auf. In dieser Klamm konnte man die Kraft der Natur sehen, wie auf lange Zeit selbst Wasser Stein abträgt. Um den Abend ausklingen zu lassen, spielten wir im Jagdzimmer allesamt, Lehrer und Schüler, Gesellschaftsspiele und planten für den nächsten Morgen eine Sonnenaufgangswanderung auf einen nahegelegenen Aussichtspunkt.
Den Mittwoch gegen 6 Uhr startete eine kleine Gruppe mit Frau Mühe auf die Wanderung, um den Sonnenaufgang zu sehen. Die Aussicht war trotz einiger Wolken atemberaubend. Nach dem Frühstück ging es gegen kurz vor 10 Uhr für alle gemeinsam mit dem Bus in Richtung Dokumentationszentrum Obersalzberg, wo wir mit einer geführten Tour einiges über die Geschichte des Obersalzbergs als Residenz Hitlers und der NS-Diktatur lernten. Zum Schluss ging es auch noch in die gebauten Bunker. All das hatte auch auf uns eine bedrückende Wirkung und sorgte dann doch für einige nachdenkliche Blicke. Nach einer Stärkung brach ein Teil der Gruppe zu einer Wanderung auf die ca. 1200m hohe Kneifelspitze auf. Trotz etwas Zeitdruck schafften wir alle gemeinsam die zu bewältigenden 450 Höhenmeter und konnten die Aussicht über Berchtesgaden und Salzburg genießen. Auch an dem Abend wurde gemeinsam gespielt, vielleicht kennt ihr das Spiel „Hitster“. Durch den Generationenunterschied zwischen Lehrern und Schülern, aber auch die sehr verschiedenen Musikgeschmäcker, war für jeden etwas dabei und es wurde eine lustige Runde.
Der Donnerstag, als unser letzter Tag vor der Abreise, stand uns zur freien Verfügung. Es gab die Möglichkeit, mit Herrn Eckstein den Bus über die Grenze nach Salzburg zu nehmen, mit Frau Mühe den Jenner zu besteigen oder doch noch eigene Aktivitäten zu planen. Alle drei Touren, die gemacht wurden, hatten ihren eigenen Charme, ob es der Schnee auf dem Jenner, die schöne Architektur in Salzburg oder die gemeinsame Zeit auf einer selbstgeplanten Wanderung war. Mit einem wehmütigen Gefühl wurde das letzte Abendessen und der letzte gemeinsame Abend genossen.
Am Abreisetag ging es erst gegen 10 Uhr los, wir fuhren zum Münchener Hauptbahnhof und hatten dort 5 Stunden Aufenthalt, was vorerst nicht für Begeisterung sorgte. Doch durch die Möglichkeit, unsere Koffer am Bahnhof zu lassen, konnten wir in kleinen Gruppen aufbrechen und essen gehen oder die Stadt bewundern. Als alle pünktlich wieder am Treffpunkt waren, war die Zeit dann doch recht schnell vergangen und wir begaben uns in den ICE nach Hannover. Hier wurde auch wieder ausgiebig gespielt und geredet. Trotz etwas Verspätung hat alles funktioniert und wir kamen recht pünktlich in Hildesheim an.
So schnell war die Fahrt dann auch schon wieder vorbei. Rückblickend ist das Bild und das Gefühl, das diese Fahrt vermittelt hat ein, wunderschönes. Die Begeisterung zu Beginn war nicht bei allen riesig, gerade in Anbetracht der Tatsache, dass die zweite Fahrt nach Amsterdam ging. Aber viele würden sich immer noch für diese Fahrt entscheiden und auch die, die zum Teil „gezwungenermaßen“ mitgefahren sind, kamen auf ihre Kosten und genossen die Zeit in den Alpen.
Text und Bilder: Solveygh Hartmann








