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Autorenlesung
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Lesung mit Xavier-Laurent Petit am 18. Januar 2007

Etwa fünfzig Schülerinnen und Schüler des Scharnhorstgymmasiums und geladene Gäste des Gymnasiums Himmelsthür konnten fasziniert den Ausführungen von Xavier-Laurent Petit folgen, in denen er nicht nur seine Beweggründe schilderte, warum er den Jugendroman „Maestro“ verfasste, sondern auch, wie er zum Schreiben gekommen war. (“Maestro“ ist einer der Jugendromane, die deutschen Schülerinnen und Schülern im Rahmen des „Prix des Lycéens allemands“ zur Auswahl vorgelegt worden waren.)

Der Schauplatz von „Maestro“ liegt in Südamerika. Obwohl M. Petit selbst nie in Bolivien war, so hatte er doch Kontakte, die seine Idee von diesem Buch immer konkreter werden ließen. Es gibt tatsächlich ein Jugendorchester (das Orquesta sinfonica municipal de el Alto), das mit sogenannten Straßenkindern bzw. Kindern und Jugendlichen, die in bitterer Armut leben, entstanden ist. M. Petit spielte das „concierto para 2 violines en re m. Vivace von J.S. Bach vor, ein Stück, das ihn besonders berührt hat. Der Bezug zur Realität sei ihm immer wichtig. Viele seiner Ideen entstünden beim Lesen anderer Autoren und beim wachen Blick in die Welt, verriet er seinen Zuhörern. Und eine sehr genaue Recherche sei unerlässlich für ein gutes Buch.

Es entwickelte sich ein reger Dialog zwischen Autor und Schülern, die ihm Fragen zu seinem Roman, aber auch Fragen zu seinem Leben als Autor stellten.  So gab er Persönliches preis, zum Beispiel wie man sich als Autor fühlt, wenn das Buch frisch gedruckt in den Buchhandlungen ausliegt oder dass ihn die zaghaften Flötenübungen seiner Tochter zum Radetzkymarsch dazu veranlassten, dies in sein Buch zu integrieren.

Er beglückwünschte die Anwesenden ausdrücklich zu ihren hervorragenden Französischkenntnissen und bewunderte sie dafür, dass sie französische Romane im Original zu lesen vermochten und dies offensichtlich auch mit Hingabe und Durchhaltevermögen taten. Die anwesenden Schülerinnen und Schüler konnten das Kompliment allerdings auch zurückgeben: M. Petit verstand es über zwei Stunden seine Zuhörer zu fesseln, so dass die Schüler eine kurzweilige Zeit mit einem Referenten genossen, dessen Französisch gut zu verstehen war und dem alle mit Freude und Neugier folgten.
M. Petit kündigte auf Nachfragen der Schüler auch seinen nächsten Jugendroman an: „Reste en vie“, der voraussichtlich im April in Frankreich erscheinen wird. Wahrscheinlich hat M. Petit schon wieder neue Leser in Deutschland gewonnen....