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Unterrichtsbeispiele 5/6
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... und dann kam Joselle - ein Lesetagebuch (Jahrgang 5)

Was ist ein Lesetagebuch? 

Das Bemühen, die Selbstständigkeit des Schülers beim Umgang mit literarischen Texten zu fördern, ihm behilflich zu sein, seinen eigenen Lernstil und sein eigenes Lerntempo zu finden, wird durch ein Lesetagbuch unterstützt. Es enthält Elemente der Freiarbeit und spiegelt eine veränderte Auffassung vom Lernen, eine Verlagerung vom Belehren und Vermitteln zur Initiierung von Lernprozessen. Die Arbeit mit dem Lesetagebuch gehört am Ende der Primarstufe und am Anfang der Sekundarstufe I beim Umgang mit einem Jugendbuch bei vielen Lehrpersonen schon zum methodischen Repertoire. Das Lesetagebuch stellt für den Einzelnen eine Herausforderung dar. Dass bei seiner Erstellung eine Auswahl aus unterschiedlichen Aufgaben getroffen werden kann, motiviert auch Lernende, die sich sonst an einem Unterricht, in dem sie sich gegängelt fühlen, kaum aktiv beteiligen. Im Sinne einer Orientierung am und auf den Schreibprozess stellt das Lesetagebuch ein wesentliches Medium dar.

Die vorliegenden Beispiele zeigen einen Ausschnitt aus Eintragungen in Lesetagebücher der Klasse 5d des Scharnhorstgymnasiums, die zwischen Ende Februar und Ende April 2008 vorgenommen wurden. Der Charakter eines Tagebuches bringt es mit sich, dass nicht immer alle Eintragungen in jeder Hinsicht sprachlich korrekt oder korrigiert sein können.

 

Floy und Nova im Gemüseladen

Zu der Lektüre:

Am liebsten sitzt Nick allein im Schatten einer großen Robinie. Seine Mitschüler wohnen alle zu weit entfernt, um sie während der Ferien zu treffen. Nick stört das nicht wirklich. Er ist ein ängstlicher, zurückhaltender Junge, der immer wieder an den Tod seiner Mutter und das Unglück im Riesenrad denken muss. Aber irgendjemand scheint es auf ihn abgesehen zu haben: Als er eines Morgens aus dem Fenster sieht, entdeckt er riesige, aus Steinen geformte Worte, die ihn verwirren und verunsichern. Kurz darauf tauchen Claire und vor allem Joselle auf. Claire ist die neue Freundin seines Vaters, die Nick zuhört und ihn versteht. Joselle wohnt im Nachbarhaus über den Hügel, bei ihrer Großmutter, denn Joselles Mutter hat sich vorgenommen, „den Pazifik näher zu erforschen“. Offenbar stört Joselle dabei. Für Nick beginnt mit Joselle ein Leben voller Geheimnisse und Überraschungen. Nick vergisst sogar die bösen Worte aus Stein, die ihn so aus der Bahn geworfen haben. Bis er ganz unvermutet eine unglaubliche Entdeckung macht...

 

Über den Autoren:

Kevin Henkes war 19 Jahre alt, als er sich mit seinem ersten Bilderbuch auf den Weg nach New York machte, wo es 1981 dann auch erschien. Seither hat er zahlreiche Kinderbücher nicht nur illustriert, sondern auch selbst geschrieben.
Bereits mit seinem ersten, 1996 in Deutschland erschienenen Kinder- und Jugendroman ›... und dann kam Joselle‹  hat Kevin Henkes nicht nur sofort den Sprung auf die Nominierungsliste für den Deutschen Jugendliteraturpreis geschafft, sondern ebenso schnell auch Eingang in die Schulen gefunden. Dies ist nicht verwunderlich, denn Kevin Henkes legt einen außergewöhnlichen Kinderroman vor, der durch seine sprachliche Poesie und Symbolkraft besticht. Durch die Wahl der Erzählformen und Stilmittel wird dem Leser ein differenzierter Einblick in das Innenleben der handelnden Figuren ermöglicht.