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Hildesheimer Orte in Wien akustisch vorgestellt Comenius-Projekt 3. Teil

Unsere Schüler, Herr Horn, Frau Schulz, der österr. Kollege Hanzlik und Herr Rausch auf dem Heldenplatz

14 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8, 9 und 12 nehmen in der Zeit vom 12.6. bis zum 16.6.2015 am letzten Comenius-Treffen in Wien teil, und Frau Schulz, Herr Rausch und Herr Horn werden sie begleiten. Was hat unsere Schülergruppe, die im Real- und Oberstufengymnasium 23 in Wien mit einer französischen und einer österreichischen Gruppe am Thema „Akustische Stadtprofile über fremde Orte“ zu­sammenarbeiten werden, im Gepäck?

Französische, österreichische und unsere Schüler auf dem Prater-Gelände

Vier Orte in Hildesheim haben sich die Schüler ausgewählt, um diese selbst näher kennen zu lernen, bevor die „eingefangenen“ visuellen, insbesondere jedoch die akustischen Eindrücke in Wien den französischen und österreichischen Schülern ver­mittelt werden sollen.

Der „Hildesheimer Marktplatz“, der „Huckup“ auf dem Hohen Weg, der „ Mariendom“ und der „Kehrwiederturm“ am Kehrwiederwall“ sind Orte, die man als Wahrzeichen einer Stadt verstehen kann, und als Orte, in der das Gedächtnis einer Stadt nacher­lebt werden kann.

Präsentation in der Schule: Hildesheimer Orte

Wie lässt sich über den flüchtigen visuellen Augen-Blick hinaus ein Ort für eine Weile anhalten, wie kann man sich von diesem „berühren“  lassen?

Wir kommen auf die Idee, die Sagen-Texte heranzuziehen, in denen sich die Entste­hung dieser Orte in sagenhafter Form erhalten hat. Die Schüler bilden Kleingruppen, suchen mehrmals diese Orte auf, lesen begleitend dazu die Texte und wandeln sie zum Teil um in „gesprochene“ Sprache, lassen verschiedene Personen, wie zum Bei­spiel Ludwig den Frommen, zu Wort kommen.

In der Gründungssage von Hildesheim sagt der Kaiser dann seinem Jagdgefolge: „Gott hat mir einen Wink gegeben. Baut auf dieser Stelle eine Kirche, denn dieser Ort ist mit einem Wunderzeichen begnadet! Der Rosenstrauch, der dort wächst, soll nicht ausgerodet werden!“

Für die französischen Schüler übersetzt, hört sich diese Textstelle wie folgt an: „Con­struisez sur-le-champ une église dans ce lieu où la grace de Dieu s'est manifestée. Mais l`églantier qui a porté le reliquaire ne doit pas être arraché.”

Der „Heimhof“, Gemeindebauanlage in der Pilgerimgasse, erbaut 1921-22

In Wien lernen unsere Schüler zusammen mit den österreichischen und französi­schen „Wiener-Orte“ kennen: den Stephansplatz und den Kohlmarkt, die Hofburg und den Heldenplatz, den Burggarten unterhalb der Augustinerbastei und die Ring­straße. „Wie kein anderes städtebauliches Vorhaben markiert der Bau der Wiener Ringstraße (Eröffnung am 1. Mai 1865) den Einbruch der Moderne und den Über­gang Wiens von einer biedermeierlichen Idylle zu einer europäischen Metropole“ (Prospekt anlässlich der 150-Jahrfeier).
Zwei Tage später, auf einer Exkursion im Südwesten Wiens, erleben die Schüler Stadtbezirke, die im völligen Kontrast stehen zu den Repräsentationsbauten am Prachtboulevard „Ringstraße“. Hier sind schlichte Arbeiterhäuser der Jahrhundert­wende zu sehen, so genannte Mietskasernen. Erst nach dem 1. Weltkrieg gelang es unter einer sozialdemokratischen Stadtverwaltung, ein Modell für menschenwürdige Stadtbezirke zu verwirklichen. Die großen Wohnanlagen, wie z.B. der „Heimhof“, ver­fügten über eine gut überlegte Infrastruktur.

 

Auf dem Dachgarten der „Sargfabrik“

Zum Schluss besuchen die Schüler in der Goldschlagstraße die „Sargfabrik“, einen Wohnblock aus dem Jahr 2000, der aus 75 Wohneinheiten besteht und sich als ein modernes Lebensmodell versteht. Eigentümer ist der Verein zur integrativen Lebens­gestaltung. Neben dem mit Blumen und Gemüse bepflanzten Dachgarten gibt es mehrere Gemeinschaftseinrichtungen wie ein Kulturhaus, ein Restaurant, einen Kin­dergarten und ein Badehaus.

von links: Fr. Schulz (Hi), Fr. Fellinger (Wien), Hr. Hanzlik (W), der Schulleiter (W), Fr. Wallner (W), Fr. Blanc (La Rochefoucauld), Hr. Barilly (L.R.), Hr. Horn (Hi), im Hintergrund Hr. Rausch (Hi)

Am Präsentationstag stellen unsere Schüler im Real- und Oberstufengymnasium die „Hildesheimer –Orte“ vor. Bilder und Texte werden online in einem Stadtplan von Hil­desheim verortet, sodass diese Informationen jederzeit von jedem Ort aus abgerufen werden können.

Für den Abend hat eine 11. Klasse ein vorzügliches Buffet vorbereitet und am folgen­den letzten Tag wird Abschied genommen. Unsere Schülergruppe hat noch Zeit, um sich die Karlskirche und den Stephansdom anzusehen.

Unsere Schüler mit ihren Partnern

In besonderer Erinnerung bleiben gewiss die Orte, denen man häufiger begegnet ist. Für die Schüler war das sicher der Wohnort ihrer Gastfamilie, der ihnen jetzt nicht mehr fremd sein dürfte.

Vor der Karlskirche

Wir danken den Familien, die diesen Schüleraustausch möglich gemacht haben, ganz herzlich.

Comenius-Projekt vom 22.5. bis 27.5.2014: Deutsche, französische und österreichische Schüler lernen in Zusammenarbeit „fremde Orte“ kennen

Teil 2 des Projekts führt unsere Schüler vom Scharnhorstgymnasium (7 Mädchen und 3 Jungen aus den Klassen 7 bis 10, begleitet von Frau Schulz und Herrn Horn) zusammen mit 12 Schülern vom Bundesrealgymnasium 23 in Wien und 22 Schülern vom Collège Jean Rostand. Treffpunkt ist diesmal  La Rochefoucauld. Der Ort liegt etwa 20 km nördlich von Angoulême.

Französische, österreichische und deutsche Schüler vor dem Hafen in La Rochelle
Gruppenarbeit im Collège Jean Rostand

An 2 Tagen erarbeiten die Schüler ein Zwischenergebnis zum Thema „Fremde Orte“.  Im Vordergrund steht die Gruppenarbeit: jeweils 2 französische und 2 deutsche Schüler sowie 2 französische und österreichische Schüler bilden ein Team und tauschen zunächst untereinander Text-, Bild- und Tonmaterial aus, das in Hildesheim (November 1913) erstellt worden ist. Darauf wird noch einmal das gemeinsame Ziel anschaulich gemacht: Die von den Schülergruppen ausgewählten Orte in Hildesheim werden durch Texte, Bilder und akustische Aufnahmen in einer digitalen Stadtkarte mit Hilfe von Symbolen verortet, sodass man per Anklicken dieser unterschiedlichen Symbole ein differenziertes Bild „abrufen“ kann. Damit die gesammelten und abgespeicherten Informationen mehr hergeben als das Zusammenstellen von „Augenblicken“ bzw. von „Touristenblicken“, ist die Phantasie der Schüler gefragt. Vor Ort bedeutet das, sich mit geschlossenen Augen Höreindrücke zu verschaffen, ungewöhnliche Perspektiven auszuwählen, die individuelle Wahrnehmung in treffende Sprachausdrücke umzusetzen. Das geschieht im weiteren Verlauf des Projekts, das die Schüler nicht nur mit La Rochefoucauld, sondern auch mit Angoulême und La Rochelle (an der Atlantikküste) konfrontiert.

Kollegen und Kolleginnen: Kuni Horn (Hi), Sandra Fellinger (Wien), Sandra Kardas (Schulbegleiterin, (Hi), Annette Schulz (Hi), Pascal Barilly (La Rochefoucauld) René Hanzlik (W), vorne: Susanne Blanc (L.R.), Fotografin: Beate Wallner (W)

Den Tag der Europawahl (25.5.2014) verbringen die Schüler ausschließlich in ihrer Gastfamilie. Gibt es einen besseren Ort, sich auszutauschen und kennenzulernen, sich Europa vorzustellen?

Zwischenstopp auf der Rückfahrt in Paris Est: unsere Schülergruppe

Erstmals dabei war ein Schüler unserer Schule mit Handicap (in Begleitung von Frau Kardas), der sehr gut von seiner französischen Familie aufgenommen wurde. Überhaupt möchten wir unseren Gastgebern in Frankreich einen großen Dank aussprechen.

Akustische Stadtprofile über „fremde Orte“ - das Scharnhorstgymnasium beteiligt sich an einem neuen Comenius-Projekt

Die Projektteilnehmer vor St. Michael

Am 21.11.2013 treffen 10 Schülerinnen und Schüler aus Wien am Scharnhorstgymnasium ein; sie gehören zum Real- und Oberstufengymnasium 23 (Anton Krieger Gasse) und werden begleitet von Frau Wallner und Herrn Hanzlik. Mit leichter Verspätung kommen 10 SchülerInnen aus La Rochefoucauld hinzu, sie lernen am Collége Jean Rostand und befinden sich in Begleitung von Madame Blanc und Monsieur Borilly. Im „Mensaraum“ unserer Schule werden sie von 20 Scharnhorstschülern und Frau Schulz, Herrn Rausch und Herrn Horn empfangen. Bei einem indischen Essen entstehen erste Kontakte zwischen den Partnern, und das Programm für die Zeit vom 21.11. bis zum 25.11. wird vorgestellt.

Als koordinierende Schule sind die Wiener verantwortlich für den strukturellen und zeitlichen Ablauf des Projekts und vermitteln zwischen den Partnerschulen mit Blick auf die gesetzten Ziele und die Erstellung eines „Endprodukts“.

Als zentrales Ziel gilt  das „Aufbrechen von stark national geprägten Klischees, das einen anderen Blick auf fremde Orte und damit auch andere Städte und Länder erlaubt“.

Im Verlauf des Projekts sollen verschiedene Sichtweisen auf fremde Orte gewonnen werden. Es soll zu einer besseren Einschätzung des eigenen Umgangs mit Fremden kommen (als Gast, als Gastgeber, die Sprache betreffend). Fremde Wege und Orte können „abseits von Voreingenommenheit und dem typischen tourist-gaze“(Gafferblick) mit Hilfe von akustischen Ortsprofilen (Soundscapes) erlebbar gemacht werden.

„Die Dokumentationen werden dann auf digitalen Stadtplänen verortet und mit entsprechenden Links versehen.“

In den darauffolgenden Tagen sind verschiedene Aktivitäten geplant, um sich untereinander besser kennenzulernen, ebenso „fremde Orte“ in Hildesheim und Umgebung.

So führt Herr Horn die Gesamtgruppe am 22.11. durch die Stadt. Auf Deutsch und Französisch werden die Orte „Marktplatz“, „St. Andreas“, „St. Godehard und Altstadt“, „Dom und St. Michael“ vorgestellt. Die Schüler beweisen ihre Aufmerksamkeit dadurch, dass sie in gemischten Vierergruppen Quizfragen (zweisprachig) zu den genannten „Orten“ beantworten können.

In der Eingangshalle der Autostadt
Auto und Design

Am 24.11. fährt die Projektgruppe mit dem Zug nach Wolfsburg. Dabei kann der Zugführer den Beweis erbringen, dass der Zug bereits auf der Hinfahrt hinter Braunschweig ein beträchtliches Stück rückwärts fahren kann (defekte Weiche?).

In der Autostadt Wolfsburg werden zwei Gruppen gebildet; eine freundliche junge Dame informiert schwerpunktmäßig die interessierten Zuhörer (Entwicklungsgeschichte, Auto-Design, Verkauf im Auto-Hochhaus). Zu Fuß und auf dem Schiff wird allen Teilnehmern bewusst, wie stark dieser „Ort“ geprägt wird von dem Auto: ästhetische, symbolische und praktische Funktionen eines Massenproduktes werden aufwändig präsentiert und erfahrbar gemacht.

Auf dem Außengelände der Autostadt

Tags darauf in Hildesheim kommt es beim Chinesen zu einem gemeinsamen Abschiedsessen, an dem auch unser Schulleiter, Herr Sell, teilnimmt. Die Siegergruppen der Stadtführung werden prämiert  und alle erhalten ein süßes Abschiedsgeschenk.

Im weiteren Verlauf des Comenius-Projekts werden unsere Schüler Wien und La Rochefoucauld als „fremde Orte“ kennenlernen.

Bleibt festzuhalten: Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Schülern und Eltern, auch beim Kollegium, dass so viele Schüler aus Österreich und Frankreich aufgenommen werden konnten.